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ZDS-Angebot für neuen Lohntarifvertrag im Volumen von bis zu 7% sichert Reallöhne

23.05.2022 | Pressemitteilung

Hamburg, 23.05.2022. Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hat der ver.di-Bundestarifkommission in der heutigen zweiten Runde der Lohntarifverhandlungen ein Angebot vorgelegt, das Reallöhne sichert. Das Angebot sieht bei einer Laufzeit von 24 Monaten ein Gesamtvolumen von bis zu 7 Prozent vor. Dieses setzt sich zusammen aus tabellenwirksamen Erhöhungen um 6,1 Prozent für alle Tarifbeschäftigten in zwei Schritten, sowie, für Beschäftigte in Containerbetrieben, Einmalzahlungen und der Erhöhung der wiederkehrenden Zulage.

Ulrike Riedel, Verhandlungsführerin für den ZDS:

„Wir haben unseren Willen zu einer gemeinsamen Lösung heute mit einem sehr fairen Angebot bekräftigt. Unser Vorschlag bewirkt im Zusammenspiel mit den Entlastungspaketen der Bundesregierung eine Reallohnsicherung für die Beschäftigten in den deutschen Seehafenbetrieben. Die Hafenwirtschaft ist durch die Pandemie weiterhin großen Unsicherheiten ausgesetzt. Auch die Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine sind noch nicht in Gänze abschätzbar. Daher müssen die Lohntarifverhandlungen besonnen weitergeführt werden.“

Die Entlastungspakete der Bundesregierung sehen unter anderem die Abschaffung der EEG-Umlage, die Erhöhung des Arbeitnehmer-Pauschbetrags, die Erhöhung des Grundfreibetrags, die Erhöhung der Pendlerpauschale, eine Energiepreispauschale und einen Familienzuschuss vor.

Grundlage des Vorschlags ist eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung[1], die deutliche und sozial ausgewogene Entlastungen aller Haushalte mit Erwerbstätigen dokumentiert.

Durch die Einmalzahlungen in Containerbetrieben berücksichtigt der Vorschlag zudem die individuell sehr unterschiedliche wirtschaftliche Lage in den Betrieben. Ein neuer Lohntarifvertrag muss sich ebenso an der Situation im Stückgut-, Automobil- oder dem konventionellen Bereich in der Fläche orientieren.

Die Tarifparteien befinden sich seit Anfang Mai in Gesprächen über einen neuen Lohntarifvertrag für rund 12.000 Mitarbeitende in den deutschen Seehafenbetrieben.

Information:

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e.V. vertritt in den anstehenden Lohntarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di die Interessen jener 58 seiner 156 Mitgliedsunternehmen, die an den entsprechenden Lohntarifvertrag gebunden sind. Dieser gilt für rund 12.000 Mitarbeitende in Hamburg, Niedersachsen und den bremischen Häfen.

 

[1] Quelle: Sebastian Dullien, Katja Rietzler, Silke Tober: Die Entlastungspakete der Bundesregierung: Sozial weitgehend ausgewogen, aber verbesserungsfähig, IMK Policy Brief Nr. 120, April 2022;

Link zur Studie: https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008296