Nordsee-Gipfel: Häfen konsequent für den Windkraft-Ausbau ertüchtigen

Umschlag von Windkraft-Komponenten in Cuxhaven. Bild: Rhenus Cuxport
Umschlag von Windkraft-Komponenten in Cuxhaven Bild: Rhenus Cuxport

Hamburg – Anlässlich des Nordsee-Gipfels in der kommenden Woche fordert der ZDS von der Bundespolitik eine deutlich stärkere politische und finanzielle Unterstützung der deutschen Seehäfen. Sie müssen als strategisches Rückgrat der Energiewende verstanden werden, damit Nord- und Ostsee zu den grünen Kraftwerken Europas werden können.

„Die ambitionierten Ausbauziele für die Off- und Onshore-Windenergie und eine unabhängige Energieversorgung sind nur mit starken deutschen Seehäfen erreichbar“, betont Florian Keisinger, Hauptgeschäftsführer des ZDS und ergänzt: „Die Häfen sind ein strategischer Standortfaktor für das Gelingen der Energiewende auf See und an Land. Sie sichern die Versorgung und die industrielle Wertschöpfung im ganzen Land.“

Die Hubs an Nord- und Ostsee spielen bereits heute eine Schlüsselrolle für den Aufbau, die Wartung und Reparatur von Offshore-Windparks sowie künftig für das Repowering und den Rückbau von Anlagen auf See. Sie stellen Flächen für Vormontage, Umschlag und Logistik bereit und sichern damit zentrale Funktionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – auch für die Zulieferindustrie.

Akuter Handlungsbedarf beim Ausbau der Hafeninfrastruktur

Mit Blick auf die kontinuierlich wachsenden Anlagengrößen, steigende Umschlagvolumina und komplexe Logistikprozesse sieht der ZDS akuten Handlungsbedarf beim Ausbau der dafür nötigen Hafeninfrastruktur. Wenn Deutschland den Ausbau der Windkraft auf See und an Land weiter beschleunigen will, müssen Hafeninfrastruktur und Energiewende konsequent zusammengedacht werden.

Erforderlich sind daher insbesondere:

  • zusätzliche Schwerlast- und Montageflächen einschließlich leistungsfähiger Kaianlagen in den deutschen Seehäfen,
  • eine verbesserte Hinterlandanbindung insbesondere für Onshore-Windenergiekomponenten,
  • verlässliche politische Rahmenbedingungen für die gesamte Industrie, die über eine Legislaturperiode hinausgehen.

Erfolg der Energiewende braucht 3 Milliarden Euro Investitionen in den Häfen

Der akute Finanzierungsbedarf der Seehäfen im Bereich Energiewende beläuft sich derzeit auf rund 3 Milliarden Euro. Dabei geht es um die Umsetzung konkreter Projekte wie den Bau von schwerlastfähigen Flächen für sogenannte „Errichterhäfen“ mit spezialisierten Liegeplätzen für den Umschlag und die Verladung von Offshore-Windenergiekomponenten mit Stückgewichten von bis zu 2.500 Tonnen. Außerdem geht es um den Bau neuer Liegeplätze zum Import grüner Energieträger einschließlich der nötigen Pipeline-Infrastruktur, den Ausbau von Landstromanlagen sowie die Elektrifizierung von Großgeräten.

Aus Sicht des ZDS ist der Bund hier besonders gefordert. „Der Erfolg der Energiewende und die Versorgung der Industrie mit erneuerbarer Energie liegen im übergeordneten nationalen Interesse“, betont Florian Keisinger.

Der ZDS fordert daher klare politische Signale auf nationaler und europäischer Ebene: langfristige Planungssicherheit durch länderübergreifend abgestimmte Ausbauziele, gezielte Investitionen in Hafeninfrastruktur sowie eine frühzeitige Einbindung der Hafenwirtschaft in energie- und industriepolitische Strategien und Förderprogramme. Nur so können die deutschen Seehäfen ihre Rolle als Rückgrat der Offshore-Windenergie und als zentrale Akteure der Energiewende erfolgreich erfüllen.

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