Pressemitteilung,
Angebot des ZDS liegt weit über Abschlüssen anderer Branchen
Hamburg, 14.08.2026 – Die Mehrheit der ver.di-Mitglieder hat das Angebot des Arbeitgeberverbands ZDS (Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e.V.) für einen neuen Lohntarifvertrag abgelehnt. Diese Entscheidung ist für den ZDS und seine Mitgliedsunternehmen nicht nachvollziehbar.
Das Angebot des ZDS sieht einen Anstieg der Grundstundenlöhne um 5,1 Prozent bei einer Laufzeit von 19 Monaten vor. Hinzu kommen Erhöhungen des Urlaubsgeldes im Jahr 2027 in Höhe von 300 Euro sowie der jährlichen Zulage für Beschäftigte in Containerbetrieben in Höhe von 460 Euro.
Der Vergleich mit anderen großen Branchen zeigt, wie weitreichend dieses Angebot ist: In der chemischen Industrie wurden zuletzt rund 4,6 Prozent über 27 Monate vereinbart, in der Energiewirtschaft rund 5,3 Prozent über 24 Monate und im Groß- und Außenhandel rund 5,1 Prozent über 24 Monate. Selbst aktuelle Zahlen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung weisen eine durchschnittliche Laufzeit neuer Tarifabschlüsse von mehr als 25 Monaten aus.
Der Vergleich macht deutlich: Angesichts der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen ist das Angebot der Arbeitgeber überdurchschnittlich und im Branchenvergleich mehr als auskömmlich. Es verbindet einen spürbaren Lohnzuwachs mit einer vergleichsweise kurzen Laufzeit – und eröffnet damit bereits nach 19 Monaten die Möglichkeit für erneute Verhandlungen.
Die Ablehnung dieses Angebots verkennt aus Sicht des ZDS die gegenwärtige wirtschaftliche Realität. Die Hafenunternehmen haben ein Gesamtpaket vorgelegt, das einen spürbaren Reallohnzuwachs ermöglicht und im Vergleich zu anderen aktuellen Tarifabschlüssen überdurchschnittlich attraktiv ist. Die Erwartungen von ver.di müssen sich auch daran messen lassen, was unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verantwortbar und dauerhaft tragfähig ist.
Der Tarifvertrag gilt für rund 11.000 Beschäftigte in den tarifgebundenen Hafenbetrieben in Brake, Bremen/Bremerhaven, Emden, Hamburg und Wilhelmshaven.








