Arbeitgeber legen weitreichendes Tarifangebot vor – deutliche Einkommenssteigerungen bei 18 Monaten Laufzeit

Nach intensiven Tarifverhandlungen liegt umfassendes Gesamtpaket vor – 5,1 Prozent tabellenwirksame Lohnerhöhung, garantierte Stundenlohnerhöhung von 1,20 Euro, Erhöhung der Zulage im Containerbereich um 616 Euro sowie 150 Euro mehr Urlaubsgeld

HAMBURG – Nach intensiven und anspruchsvollen Tarifverhandlungen hat der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) der Gewerkschaft ver.di ein weitreichendes Gesamtpaket vorgelegt. Die Arbeitgeber sind den Beschäftigten dabei in wesentlichen Punkten entgegengekommen.

Das Angebot sieht eine tabellenwirksame Lohnerhöhung von 5,1 Prozent vor. Hinzu kommt eine garantierte Erhöhung des Stundenlohns in allen Lohngruppen um 1,20 Euro. Auch bei weiteren tariflichen Leistungen haben sich die Arbeitgeber deutlich bewegt: Das Urlaubsgeld soll um 150 Euro steigen, für die Beschäftigten im Containerbereich ist zudem eine Erhöhung der Zulage um 616 Euro vorgesehen.

Bei einer Laufzeit von lediglich 18 Monaten verbindet das Gesamtpaket damit spürbare Einkommensverbesserungen für die Beschäftigten mit Planungssicherheit für die Unternehmen. Auch der Vergleich mit anderen großen Branchen zeigt, wie weitreichend das Angebot ist. So liegt der jüngste Tarifabschluss in der chemischen Industrie mit rund 4,6 Prozent Entgeltsteigerung bei einer deutlich längeren Laufzeit von 27 Monaten. Das Angebot der Seehafenwirtschaft bewegt sich damit im Branchenvergleich am oberen Ende.

„Die Verhandlungen waren hart und in vielen Punkten anspruchsvoll. Umso wichtiger ist, dass jetzt ein umfassendes Angebot auf dem Tisch liegt, das den Beschäftigten deutliche Verbesserungen bringt. Die Arbeitgeber haben sich dafür erheblich bewegt. Wir haben im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten die Grenzen ausgereizt. Das zeigt nicht zuletzt der Vergleich mit anderen großen Branchen. Jetzt liegt ein Gesamtpaket vor, das aus unserer Sicht eine sehr gute Grundlage für einen Abschluss bietet“, erklärt Torben Seebold, Verhandlungsführer des ZDS.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die deutsche Seehafenwirtschaft bleiben herausfordernd. Steigende Personal-, Energie- und Betriebskosten treffen auf einen hohen Investitionsbedarf, insbesondere bei Digitalisierung, Automatisierung, Transformation und Sicherheit. Zugleich stehen die deutschen Seehäfen in einem intensiven internationalen Wettbewerb.

„Gute Tarifpolitik muss die Interessen der Beschäftigten ebenso im Blick behalten wie die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Unternehmen. Mit unserem Angebot haben wir den vorhandenen Spielraum sehr weit ausgeschöpft. Mehr wäre unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen wirtschaftlich nicht verantwortbar“, so Seebold weiter.

Aus Sicht des ZDS bietet das vorgelegte Gesamtpaket damit eine tragfähige und ausgewogene Grundlage für einen Tarifabschluss. Nach schwierigen Verhandlungen besteht jetzt die Chance, einen Abschluss zu erreichen, der die Leistungen der Beschäftigten angemessen honoriert und zugleich die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen berücksichtigt.

Der ZDS setzt darauf, dass ver.di und ihre Mitglieder das Gesamtpaket in diesem Sinne bewerten und die Chance auf einen verantwortungsvollen und zukunftsfähigen Tarifabschluss nutzen.

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