Pressemitteilung,
ZDS begrüßt Entscheidung für Neubaustrecke – zentraler Engpass im deutschen und europäischen Schienennetz muss zügig beseitigt werden – Maßnahmen an der Bestandsstrecke parallel vorantreiben
Berlin/Hamburg – Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) begrüßt die Entscheidung des Deutschen Bundestages für den Neubau der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover. Nach jahrelangen Diskussionen wird damit die notwendige Klarheit für eines der wichtigsten Schieneninfrastrukturprojekte Deutschlands geschaffen. Die Entscheidung war aus Sicht der deutschen Seehafenwirtschaft überfällig.
Die Verbindung Hamburg–Hannover ist eine zentrale Nord-Süd-Achse im deutschen und europäischen Schienennetz, Teil der Verbindung zwischen Skandinavien und dem Mittelmeerraum und eine der wichtigsten Trassen für den Hinterlandverkehr der deutschen Seehäfen. Über sie werden die Häfen mit den Industriezentren im ganzen Land sowie wichtigen europäischen Wirtschaftsräumen verbunden.
„Die Entscheidung des Bundestages ist richtig und wichtig. Hamburg–Hannover ist eine zentrale Verkehrsachse für den Güterverkehr von und zu den deutschen Seehäfen und damit für die gesamte deutsche Außenwirtschaft. Jetzt darf keine weitere Zeit verloren gehen. Auf die politische Entscheidung müssen schnell Planung, Genehmigung, Bau und Sicherstellung der Finanzierung folgen“, betont Florian Keisinger, Hauptgeschäftsführer des ZDS.
Die bestehende Strecke ist bereits heute an ihrer Belastungsgrenze. Das Bundesverkehrsministerium beziffert ihre Auslastung auf 147 Prozent. Personenfernverkehr, Regionalverkehr und schwere Güterzüge teilen sich eine Infrastruktur, die den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Die Folgen sind Trassenkonflikte, Verzögerungen und fehlende Planungssicherheit für Logistik und Industrie. Gleichzeitig werden für die kommenden Jahre zusätzliche Gütermengen im Seehafenhinterland erwartet.
Für den ZDS ist deshalb entscheidend, dass die parlamentarische Entscheidung nun zu einer Beschleunigung des Projekts führt.
Keisinger: „Wir dürfen uns nach dem Beschluss nicht zurücklehnen. Deutschland braucht bei seiner Infrastruktur mehr Umsetzungsgeschwindigkeit. Eine leistungsfähige Verbindung zwischen den Seehäfen und den industriellen Zentren im Binnenland ist ein Standortfaktor. Wenn Planung und Bau weitere Jahrzehnte dauern, hilft das der Wirtschaft nicht.“
Dabei darf der Neubau nicht gegen kurzfristige Verbesserungen an der bestehenden Strecke ausgespielt werden. Die bereits vorgesehenen Sanierungs-, Ausbau- und Optimierungsmaßnahmen müssen so schnell wie möglich umgesetzt werden.
„Neubau und Verbesserungen im Bestand gehören zusammen. Der Bundestagsbeschluss muss deshalb der Startpunkt für mehr Tempo auf beiden Ebenen sein“, sagt Keisinger.






